Das Nachrichtenmagazin der Spiegel hat in Heft 2/2004 einen Artikel über die dramatische Situation des Kampfes gegen Polio geschrieben:
"Medizin: Schicksalsschlacht gegen die Kinderlähmung"
Wie wir schon häufiger erlebt haben, wurde dabei Rotary nicht erwähnt. PRID Rudolf Hörndler geht aber nicht davon aus, daß unsere Partner an der Nichterwähnung von Rotary Schuld haben. Er hat oft bei gemeinsamen Presseveranstaltungen mit unseren Partnern WHO, CDC und UNICEF Rotary vertreten, in denen nicht nur er selbst, sondern alle unsere Partner ausdrücklich die unbestreitbaren Verdienste von Rotary gewürdigt haben. In den nachfolgenden Presseveröffentlichungen war davon oft nichts zu lesen.
Auch in den Printveröffentlichungen, wie auch im Internetauftritt unserer Partner wird Rotary ganz deutlich herausgestellt; so von der WHO bei www.polioeradication.org. Es muß also wohl eher ein Nichtwollen als ein Nichtwissen sein, daß die Medien Rotary nicht zur Kenntnis nehmen.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,281267,00.html
Rolf Hörndler hat daher folgenden Leserbrief an den Spiegel gesandt:
"Sehr geehrte Damen und Herrn,
es ist sehr gut, dass Sie immer wieder auf die Gefahr der Wiederausbreitung von Polio hinweisen, wenn die Ausrottung nicht gelingen sollte.
Weniger erfreulich ist jedoch, dass Sie den entscheidenden Anteil von Rotary International an der Ausrottungscampagne unerwähnt lassen. Schließlich wäre sie ohne Rotary wohl weder gestartet worden noch bis jetzt so erfolgreich gewesen.
Bereits 1979 begann Rotary zunächst die 6 Millionen Kinder der Philippinen und dann auch Kinder in anderen Ländern gegen Polio zu impfen. Ermutigt von den Erfolgen dieser ersten nationalen Impfcampagnen beschloss Rotary International 1985, bis zum Jahre 2005, dem 100. Gründungsjubiläum von Rotary, die Kinder der Welt gegen Polio zu impfen.
Erst aufgrund des sensationellen Erfolgs, sowohl der für die erforderliche Finanzierung durchgeführten Spendenaktion, wie auch der weiteren Impfaktionen, beschloss die WHO 1988, nachdem sie sich der Mitwirkung von Rotary versichert hatte, die Ausrottung von Polio. Dazu wurde die Global Polio Eradication Initiative gegründet, der als Hauptpartner die WHO selbst, Rotary International, die amerikanische CDC und UNICEF angehören, sowie viele weitere öffentliche und private Unterstützer (www.polioeradication.org).
Von den bisherigen Kosten der Campagne hat Rotary bis jetzt schon mehr als 500 Millionen US$ beigetragen, mehr als jeder andere Geldgeber, mit Ausnahme der USA, die sogar noch mehr dafür aufwendete. Darüber hinaus hat Rotary, in Absprache mit den anderen Partnern, einen Großteil der von anderen Geldgebern zur Verfügung gestellten Mittel maßgeblich mit eingeworben.
Schließlich wären die großen Impfaktionen, insbesondere nationale Impftage in Ländern wie Indien, wo an einem einzigen Tag weit mehr als 100 Millionen Kinder geimpft wurden, wohl nicht durchführbar gewesen ohne den persönlichen Einsatz der weltweit mehr als 1 Millionen Rotarierinnen und Rotarier und der von ihnen mobilisierten weiteren Freiwilligen. Auch ein Großteil der von Ihnen erwähnten Millionen von Helfern ist somit Rotary zuzurechnen.
Rudolf Hörndler"
Einen weiteren Leserbrief hat PDG Rudolf Hilker geschrieben. PDG Hilker ist Beauftragter des Deutschen Governorrats für Öffentlichkeitsarbeit und Vorsitzender des Verwaltungsrats der DER ROTARIER Verlags-GmbH.
"SPIEGEL-Verlag Betr. Leserbriefe Brandstwiete 19
20457 Hamburg
09.01.2004
Leserbrief zum Bericht „Endkampf gegen den Erreger“, SPIEGEL 2/2004, S. 119
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Bericht über den Stand der Polio-Bekämpfung bedarf einer entscheidenden Ergänzung. In dem Beitrag wird völlig ausgeblendet, dass der Kampf gegen die Kinderlähmung keineswegs von der WHO allein geführt wird, sondern von einer Arbeitsgemeinschaft aus WHO, UNICEF, den US-Centers for Disease Control (CDC) sowie Rotary International. Diese Tatsache ist schon deshalb bedeutsam, weil Rotary International nicht nur 1979 als Initiator den Kampf gegen die Kinderlähmung aufnahm, sondern die weltweit 1,2 Millionen Mitglieder von Rotary Clubs diesen Kampf weitgehend finanziert haben und noch finanzieren. So wurden in einer kürzlich abgeschlossenen Sonderaktion noch einmal weit über 100 Millionen US-Dollar dafür bereitgestellt.
Erst nachdem Rotary International Ende der 70er Jahre in einer auf die Philippinen begrenz-ten Impfaktion nachgewiesen hatte, dass Polio durch Massenimpfungen tatsächlich besiegt werden kann, schlossen sich 1988 die o.g. Partner zu einer erfolgreichen Arbeitsgemeinschaft zusammen. Die Reduzierung der Neufälle auf inzwischen wenige hundert pro Jahr bestätigt das gemeinsame Ziel: Bis 2005 soll die Welt polio-frei sein.
Es ist keineswegs unerheblich, wem die Urheberschaft der Kampagne gebührt. Denn es war eben keine öffentliche Einrichtung, sondern eine Nichtregierungsorganisation, die bewiesen hat, dass dieses größte Gesundheitsprojekt in der Geschichte der Menschheit tatsächlich gelin-gen kann. Rotary International ist aufgrund seiner einzigartigen Struktur (über 31.000 Clubs in 166 Ländern) in der Lage, einerseits enorme Finanzmittel für die Kampagne aufzubringen (bislang mehr als 500 Millionen US-Dollar) und andererseits die Tausenden von Freiwilligen zu mobilisieren, ohne die flächendeckende Impfungen gar nicht möglich wären.
Ich darf Sie bitten, diese Richtigstellung als Leserbrief abzudrucken.
Mit freundlichen Grüßen
Rudolf Hilker" |